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Hoch allergene Beifuß-Ambrosie
In Deutschland und Europa ist die Beifuß-Ambrosie auf dem Vormarsch – eine Pflanze, deren Pollen hoch allergen sind. Umso wichtiger ist es für Allergiker, den Pollen möglichst aus dem Weg zu gehen und ihren Heuschnupfen konsequent zu behandeln. Zur richtigen Heuschnupfen-Therapie beraten wir Sie gerne bei uns in der Apotheke. Heuschnupfen tritt vor allem zwischen März und Juli auf, wenn in Deutschland die meisten Bäume und Gräser blühen. Mittlerweile aber leiden viele Patienten unter einer deutlich längeren Allergiesaison. Mitverantwortlich dafür ist die ursprünglich aus Nordamerika stammende Beifuß-Ambrosie (Ambrosia artemisiifolia), die sich nun auch in Deutschland und Europa ausbreitet. Sie blüht von August bis Oktober und macht den Menschen zunehmend zu schaffen: „Die Ambrosia ist zum einen hoch allergen, das heißt, dass viele Menschen allergisch reagieren und bereits eine kleine Pollenmenge Reaktionen auslöst. Zum anderen verlaufen Ambrosia-Allergien oft sehr schwer. Das kann ein starker Heuschnupfen sein, eine Bindehautentzündung, ein juckendes Ekzem bis hin zum Asthma“, sagt PD Dr. Christiane Pfeiffer, Allergologin an der Klinik für Dermatologie und Allergologie am Universitätsklinikum Ulm.
Bis zu zehn Prozent könnten erkranken Nach Schätzungen leidet bereits jeder fünfte Deutsche unter Heuschnupfen. Noch ist unklar, wie viele von ihnen durch Ambrosia-Pollen beeinträchtigt werden. In Ungarn aber, wo die Pflanze in manchen Regionen bereits flächendeckend auftritt, ist nach Schätzungen bereits die Hälfte der Heuschnupfen-Patienten gegen die Allergene sensibilisiert und erkrankt bei Kontakt mit den Pollen. Entsprechend könnten in Deutschland – bei einer weiteren Ausbreitung der Pflanze – bis zu zehn Prozent der Bevölkerung erkranken.
Globalisierung und Klimawandel begünstigen die Verbreitung Dass Menschen hierzulande überhaupt unter Ambrosia-Allergie leiden, ist Ergebnis des Zusammenspiels von Globalisierung und Klimawandel: Die ursprünglich in Nordamerika beheimatete Pflanze wurde vermutlich bereits Ende des 19. Jahrhunderts nach Europa eingeschleppt. Zwischen Getreide und Kleesaat erreichten Ambrosia-Samen die Häfen Europas und breiteten sich von dort weiter aus. Doch die klimatischen Bedingungen in Deutschland ließen zunächst keine dauerhaften Ambrosia-Bestände zu. Die zunehmende Klimaerwärmung Ende des 20. Jahrhunderts änderte das. Heute finden sich Ambrosia-Pflanzen an Wegesrändern und auf Schutthalden, auf Baustellen wie am Waldrand – und auch in vielen Gärten.
Via Pollenflug konnte sich die Beifuß-Ambrosie inzwischen über die Westschweiz bis in den Oberrheingraben ausbreiten. Der Schaden ist so beträchtlich, dass die Schweiz eine Melde- und Bekämpfungspflicht eingeführt hat. Einfaches Abmähen genügt allerdings nicht, da die Wurzeln erneut austreiben und die Ambrosia bis zu vier Mal pro Jahr blüht. In Deutschland hat das zum Landwirtschaftsministerium gehörende Julius Kühn-Institut (JKI) eine
Webseite ins Leben gerufen, auf der Funde von Beifuß-Ambrosie gemeldet werden können. Zudem arbeitet das JKI mit seinem
„Aktionsprogramm Ambrosia“ daran, Verwaltung und Öffentlichkeit über die Bedrohung durch Ambrosia zu informieren und Hinweise zur effektiven Bekämpfung zu geben.
Konsequente Therapie ist wichtig Trotz verschiedener Maßnahmen wird sich eine weitere Ausbreitung der Beifuß-Ambrosie jedoch nicht vollständig verhindern lassen. Umso wichtiger ist es für Allergiker, den Pollen so weit wie möglich aus dem Weg zu gehen. Dazu gehört beispielsweise, Pollenfilter zu benutzen, die Kleidung des Tages nicht mit ins Schlafzimmer zu nehmen und sich möglichst täglich vor dem Schlafengehen die Haare zu waschen. Wichtig bei Heuschnupfen ist zudem eine konsequente Therapie. Denn sie verhindert, dass aus der Allergie allergisches Asthma wird.
Mehr zum Thema Allergie. Informationen über die richtigen Medikamente gegen Ihren Heuschnupfen erhalten Sie bei uns in der Apotheke.
Quellen: Pressemitteilung des Universitätsklinikums Ulm: „Ambrosia-Allergie: Wenn Globalisierung und Klimawandel zusammenspielen“ Pressemitteilung des Julius Kühn-Instituts: „Der 23. Juni 2012 ist ‚1. Internationaler Ambrosia-Tag‘“ Pressemitteilung der Ludwig-Maximilians-Universität München: „Beifuß-Ambrosie – Allergene Pollen kommen teuer zu stehen“